
Oxfordstr. 4 | 53111 Bonn | Tel.: 02 28 - 65 80 -71 Fax: -73 | E-Mail: info[at]steppenwolf.de
Öffnungszeiten: Mo-Fr 10-20h, Sa 10-18h | Koordinaten 50°44'15"N 7°06'02"E"
Der Morgen begann sehr neblig, bzw. bewölkt und kühl. Wir wurden, nach einem ausgesprochen reichhaltigen Frühstück und dem Verpacken unserer Lunchpakete von Herrn und Frau Henn herzlich verabschiedet und machten uns auf den Weg Richtung Kellerberg.
Wer hier in der Nähe ist, sollte sich diese Übernachtungsmöglichkeit in der Pension Viktoria nicht entgehen lassen. Ich habe diesen Umweg und damit etwa 10km zusätzlich bewusst in Kauf genommen, um genau hier zu übernachten...
Nach etwa einer halben Stunde kamen wir oben am Kellerberg an, den Aussichtsturm haben wir wegen der fehlenden Sicht nicht bestiegen, sondern sind gleich weiter gegangen in Richtung Zemmer. Pünktlich zu unserer geplanten Mittagspause in Rodt schob die Sonne auch die letzten Nebelfetzen weg und es wurde angenehm warm. Wir suchten und fanden eine Bäckerei auf der „Haasienda“, das Café Sonnenschein und ließen uns zu Kaffee und Kuchen auf der Terrasse nieder.
Kurz darauf erschien Herr Haas höchst persönlich und es wurde sogleich ein Fototermin anberaumt. Ich, hinter meiner Schamptall, vor der Bäckerei, von rechts, von links, von..., alleine, mit Liane (der Kuchenexpertin des Lokals), usw. War sehr witzig und somit für uns eine zwar erholsame aber auch aktionsgeladene Mittagspause.
Unser weiterer Weg führte uns zunächst ins Kylltal hinunter um auf der anderen Seite des Flusses gleich wieder aufzusteigen. Nach einer langen Hangtraverse bis über die Dächer von Kordel folgte ein Steilabstieg und eine rasante Schubkarrenabfahrt.
Morgen wird nun der letzte Tag meiner Reise anbrechen--- vorerst, denn ich werde sicher noch oft in der Eifel unterwegs sein und diverse Besuche tätigen.
Als ich morgens wach wurde, spürte ich einerseits eine starke Endspurtstimmung in mir. Ich freute mich auf die Ankunft in Trier. Gleichzeitig könnte die Tour aber auch noch eine ganze Weile weitergehen. Stefan, einer der beiden beseelten Gärtner, ist noch da geblieben. Er hat sich kurzentschlossen dazu entschieden, nachdem er ja gestern schon dabei war, den heutigen Tag noch mit zu laufen. Beim Frühstück gab es eine weitere Überraschung. Ann-Kathrin, Miriam und Marc aus Bonn trafen ein, um den letzten Tag mitzuwandern. Na, damit war ja das Butzbachtal kein Problem mehr. Nachdem wir uns von unserer Gastgeberin verabschiedet hatten, zogen wir gemächlich durch Kordel und fanden uns schon kurz danach auf einem steilen Waldaufstieg wieder, der mit Gestrüpp und umgesägten Bäumen überhäuft war. Eine ziemlich anstrengende Angelegenheit ohne vorheriges Aufwärmen. Dann eine weitere Überraschung, Manfred, der Mountainbiker von der Etappe Gerolstein – Daun (siehe Foto), stand plötzlich vor uns. Ein kurzer Verzäll, eine willkommene Pause im Kampf um die Höhenmeter und die Freude, einen weiteren Mitwanderer dabei zu haben. Manfred hatte, nachdem wir uns Sonntag getroffen hatten, gleich montags die Seiten mit den Berichten angeklickt, hat sich entschlossen, eine Etappe mitzugehen und ist dann mit dem Zug von Gerolstein hierher gekommen. Nun waren wir schon zu sechst, toll! Nach dem restlichen Steilaufstieg ging’s zunächst gemütlich langsam bergab bis zum Eingang in besagtes Tal. Nach einer kurzen Verschnaufpause war dann Action angesagt. Das Butzbachtal ist eine ausgewaschene Sandsteinschlucht, recht eng und steil, es gibt viele Treppen, einige Brücken, schräge und enge Pfade. Es sollte DIE Herausforderung des Tages werden. Mit vereinten Kräften wuchteten wir dat Schamptall durch den Bach, über Steilstufen nach oben, hielten sie fest, wenn sie im Begriff war, sich in den Bach zu stürzen, wir schoben, zogen, hievten und zerrten, was die Muskeln hergaben. Wäre ich alleine gewesen, ich glaube ich wäre jetzt noch dran... Mit dieser Aktion, die nur mit einem solch hervorragenden Team, wie dem unseren bewältigt werden konnte, wurde eine neue Extrem Sportart offiziell aus der Taufe gehoben, das „Schubkarren Canyoning“.
Unser Weiterweg war nicht wesentlich entspannender, wenn auch nicht mehr so gefährlich. Wir kamen zunächst an den Putzlöchern vorbei, einem alten Kupferbergwerk aus der Römerzeit. Später folgten wunderschöne Sandsteinformationen wie die Klausenhöhle und die sehr bekannte Genovevahöhle, alles mit steilen An- und Abstiegen versehen, die doch einige Anforderungen an das Team stellten. Nach einem weiteren recht steilen Anstieg folgte ein langes, einfaches Gehstück, das uns in Richtung Mosel führte. Oberhalb von Biewer ist der Steig über eine steile Treppe gelegt worden, die noch einmal einige Anstrengung erforderte. Weiter ging es im munteren Auf und Ab (das Auf war weniger munter) über den oberen Rand einer hohen Felswand aus Sandstein. Diese ist von Trier aus auf der gegenüberliegenden Flussseite zu sehen. Der Weg ist wunderschön angelegt, bietet viele Aussichten auf die Stadt Trier und führt langsam hinunter zu einer Brücke. Kurz vor dieser Brücke begegneten uns schon die ersten Fans, die beim Zieleinlauf dabei sein wollten. Wir machten uns noch einmal kurz landfein und zogen unter tosendem Beifall... äh Autolärm nach Trier ein. Mir fiel der Lärm der Stadt auf, hatte ich doch zwei Wochen in dörflicher Ruhe und der Stille der Natur verbracht. Klar, auch dort gibt es Geräusche und Krach, wie Hundegebell, Motoren, Gehämmer, Sägen etc., doch erzeugt das ein völlig anderes Geräuschempfinden als in einer Stadt. Die einzelnen Geräusche lassen sich genau lokalisieren und wirken, zumindest auf mich, angenehmer. Wir begaben uns, in Luftschlangen gehüllt, zum Ziel des Tages, zum Ziel des Eifelsteiges und zum Endpunkt meiner Reise, der Porta Nigra. Hier wurden einige Siegerfotos geschossen, die wohl recht bald sämtliche Hochglanz- und Lifestylemagazine betiteln werden. ;-)
Der anschließende Marsch durch die Fußgängerzone zur Brasserie bescherte uns sowohl verwunderte als auch wissende und anerkennende Blicke der Passanten. Unter der Markise des Lokals wurden etliche Tische zusammen geschoben, damit die große Fangemeinde, die bald darauf eintraf, auch genügend Platz zum Sitzen finden konnte. Unter ihnen konnte ich auch den Spender meiner doch letztlich sehr geliebten Schamptall ausmachen, den Schubkarrenfachmann und jetzt kwaasi Inhaber einer Verkupplungsagentur, Herrn Mertens höchstpersönlich. Viele Freunde und einige der Mitwanderer bei diversen Etappen waren ebenfalls zugegen und feierten mit mir das Gelingen der Tour. Mit einem kühlen Gerstensäftchen aus Bitburg und einem erfrischenden Klickerwasser aus dem schönen Gerolstein fand das Unternehmen Ei-fe(e)l good einen schönen und würdigen Abschluss.